Tutorial · 3 von 5 · Theorie
Leitereigene Akkorde in Dur und Moll
Leitereigene Akkorde sind die Akkorde, die in einer Tonart „zu Hause“ sind. Sie zu kennen ist die schnellste Abkürzung zum Komponieren, Improvisieren und Heraushören von Songs.
Woher die Akkorde kommen
Nimm eine Tonleiter, zum Beispiel C-Dur: C, D, E, F, G, A, H. Setze auf jeden Ton zwei weitere Töne derselben Tonleiter, wobei du jeweils einen überspringst. Auf C erhältst du C, E und G, also den C-Dur-Akkord. Auf D erhältst du D, F und A, also d-Moll. Machst du das mit allen sieben Tönen, bekommst du sieben Akkorde. Diese Gruppe sind die leitereigenen Akkorde von C-Dur.
Leitereigene Akkorde in Dur
In jeder Durtonart ist die Reihenfolge der Akkordtypen immer gleich: Dur, Moll, Moll, Dur, Dur, Moll, vermindert. Römische Ziffern zeigen die Stufe jedes Akkords; Großbuchstaben für Dur-, Kleinbuchstaben für Mollakkorde.
| Stufe | I | ii | iii | IV | V | vi | vii° |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dreiklänge in C | C | Dm | Em | F | G | Am | B° |
| Septakkorde in C | Cmaj7 | Dm7 | Em7 | Fmaj7 | G7 | Am7 | Bm7(♭5) |
| Dreiklänge in G | G | Am | Bm | C | D | Em | F♯° |
G-Dur folgt genau demselben Muster, es beginnt nur auf einem anderen Ton. Wenn du dir das Muster merkst, kennst du also die leitereigenen Akkorde aller 12 Durtonarten.
Die drei Funktionen
Nicht alle leitereigenen Akkorde haben dieselbe Rolle. Harmonie funktioniert wie eine Geschichte aus Ruhe, Entfernung und Spannung:
- Tonika (I, vi, iii): das Gefühl von Zuhause, von Ruhe. In C: C, Am und Em.
- Subdominante (IV, ii): Entfernung, die Musik verlässt das Zuhause. In C: F und Dm.
- Dominante (V, vii°): Spannung, die zur Tonika zurückwill. In C: G und B°. G7 mit Septime macht diese Spannung noch stärker.
Die meisten Popsongs wechseln zwischen diesen drei Funktionen. Wenn du G7 nach C gehen hörst, spürt das Ohr die Ankunft zu Hause.
Leitereigene Akkorde in Moll
Die natürliche a-Moll-Tonleiter (A, H, C, D, E, F, G) nutzt dieselben Töne wie C-Dur. Deshalb ist a-Moll die Paralleltonart von C-Dur: Beide teilen sich dieselben Akkorde, nur das Zuhause ist ein anderes.
| Stufe | i | ii° | III | iv | v | VI | VII |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Natürliches Moll in A | Am | B° | C | Dm | Em | F | G |
| Mit harmonischem Moll | Am | B° | C+ | Dm | E7 | F | G♯° |
Im natürlichen Moll ist die fünfte Stufe ein Mollakkord (Em) und der Zug zurück nach Am bleibt schwach. Deshalb erhöht man sehr oft das G zum Gis, wodurch die harmonische Molltonleiter entsteht. Damit wird die fünfte Stufe zu E oder E7, einer echten Dominante. In der Praxis mischen Songs in Moll beide Varianten frei.
So nutzt du das im Alltag
- Zum Komponieren: Wähle eine Tonart und bleib bei ihren leitereigenen Akkorden. Jede Folge dieser sieben Akkorde klingt stimmig.
- Zum Heraushören: Finde den ersten Akkord (meist die I oder die i). Die nächsten gehören fast immer zu den Akkorden dieser Tonart.
- Zum Transponieren: Denk in Stufen statt in Namen. I–IV–V in C ist C–F–G; in D ist es D–G–A.